Kennenlernzeit

Diese Dinge sollten beherzigt werden

Dein neues Familienmitglied

Herzlichen Glückwunsch zum neuen Familienmitglied! Die Vorfreude und Aufregung ist sicher enorm und die Vorbereitung des Einzugs des neuen Familienmitglieds ist eine verantwortungsvolle Aufgabe für die ganze Familie. Vorab sollten einige wichtige Dinge beherzigt werden:

Abholung

Dein adoptierter Hund wird am Samstag/Sonntag bei Dir ankommen. Bitte beachte, dass sich die geschätzte Uhrzeit durch dichten Verkehr, Stau oder Kontrollen jederzeit verschieben könnte. Es ist wichtig, dass Du den ganzen Tag, am besten das ganze Wochenende, flexibel bist und Dich kurzfristig auf den Weg machen kannst, um Deinen Schatz abzuholen.

Wir legen Dir dringend ans Herz, Dir eine Transportbox zu kaufen, um den Hund sicher zu transportieren. Mit einer Transportbox besteht nicht die Gefahr des Abhauens, solltest Du den Hund im Kofferraum transportieren. Einige Hunde springen direkt raus, sobald sich die Klappe öffnet. Viele Hunde sind nach dem Transport sehr aufgeregt und gestresst, was ein Anschnallen auf der Rücksitzbank nur schwer möglich macht.

Die Transportbox kann weiterhin nach der Heimfahrt ins Haus getragen werden und der Hund kann diese in seinem Tempo verlassen. Die Box kann in den ersten Tagen auch als Rückzugsort dienen. Hunde nehmen die Box sehr gerne an, vor allem, wenn sie durch eine Decke zusätzlich abgedunkelt ist.

Der erste Auslauf im Garten

Wir empfehlen, den Hund die ersten Male mit einer Schleppleine im eingezäunten Garten zu sichern. Es könnte sein, dass der Hund in den Fluchtmodus (zum Beispiel durch ein unerwartetes Geräusch) schaltet und sich vielleicht nicht mehr einfangen lässt. Um dem Hund und auch sich selbst den Stress zu ersparen, ist eine Schleppleine sehr nützlich und man kann sich dem Hund langsam nähern.

Eingewöhnungszeit

Das allerwichtigste sind Ruhe und Zeit. Der Hund benötigt mindestens drei Wochen, bis er einigermaßen in seinem Zuhause angekommen ist. In dieser Zeit muss er noch nicht das Hunde 1×1 gelernt haben. Alltägliche Dinge stellen schon eine Herausforderung für ihn dar und er hat viel zu verarbeiten. Er muss sich an sein neues Leben gewöhnen, seine neuen Mitbewohner kennenlernen und nach und nach Vertrauen fassen.

Es ist wichtig, dass der Hund nicht noch mehr überfordert wird und er alles in seinem Tempo erlernen darf. Auch wenn es schwerfällt, solltest Du ihm viel Ruhe gönnen und ihm einen Rückzugsort schaffen. Deine Geduld wird sich auszahlen.

Futter und Futterplatz

Für die ersten Tage würden wir es empfehlen, den Hund mit einer Schonkost zu füttern. Es könnte sein, dass der Hund ein wenig Durchfall hat und der Magen-Darm-Trakt durch den Stress verrücktspielt. Durch magenschonende Nahrung hat man es meist schnell im Griff.

Die Hunde sind es auf der Straße und im Shelter gewöhnt, um das Futter zu kämpfen und schnell zu fressen. Es dauert eine Weile, bis sie sich sicher fühlen und das Verhalten ablegen. Sollte Dein Hund schlingen, empfehlen wir einen Anti-Schling-Napf.

Sorge dafür, dass der Hund in Ruhe fressen kann und sich der Futterplatz nicht direkt im Eingangsbereich befindet, wo er gestört wird. Bei weiteren tierischen Mitbewohnern sollte er separiert gefüttert werden.

Autofahren

Beim Autofahren eignet sich für kleine bis mittlere Hunde ein Anschnallgeschirr, mit dem der Hund auf der Rückbank gesichert werden kann. Bitte achtet darauf niemals den Gurt am Halsband zu befestigen. Bei einem Unfall führt das schnell zum Tod. Für große Hunde eignet sich eine Transportbox im Kofferraum oder ein fest installiertes Gitter zwischen Kofferraum und Rückbank.

Einige Hunde müssen das Autofahren erst lernen und ihnen wird schnell schlecht. Gebt dem Hund ruhig ein paar Tage/Wochen Zeit und gewöhnt ihn Schritt für Schritt ans Autofahren.

Tierarztbesuch nach Eingewöhnungszeit

Die Hunde werden in Rumänien von einem Tierarzt vor der Abreise untersucht, dies ist zwischenzeitlich sogar gesetzlich vorgeschrieben. Diese Untersuchung beinhaltet keine Röntgen-, Ultraschall- und Blutuntersuchung. Für etwaige Erkrankungen, die bei einer einfachen Untersuchung nicht festgestellt werden können, übernehmen wir keine Haftung.

Sobald sich Dein Hund eingewöhnt hat, würde es Sinn machen, ihn bei Deinem Tierarzt vorzustellen. Ein kleiner Checkup schadet nie und der Hund kann den Tierarzt kennenlernen, ohne bereits krank zu sein und hat die Möglichkeit positive Erfahrungen beim Tierarzt zu sammeln.

Kotprobe

Um sicher zu sein, dass Dein Hund keine Würmer oder Giardien hat, empfehlen wir Dir nach ca. 14 Tagen eine Kotprobe beim Tierarzt untersuchen zu lassen. Auch dann, wenn Dein Hund total munter und fit ist. Nur so kannst Du Dir wirklich sicher sein, dass eine Nachbehandlung mit Wurmkur nicht nötig ist. Es ist wichtig, dass Du Kot von drei verschiedenen Haufen einsammelst. Beim Tierarzt kannst Du Dir vorher Proberöhrchen holen.

Badetag erst nach ein paar Tagen

Uns ist bewusst, dass der Hund eventuell ein wenig unangenehm riechen wird und sich nicht jede Nase über diesen Gestank freut. Trotzdem sollte der Hund nicht direkt nach Ankunft gebadet werden. Dein Hund wird vor der Fahrt mit Spot On behandelt und die Wirkung wäre nach einem Bad hinfällig.

Ist der Duft zu extrem, hilft es, den Hund mit einem Baby-Feuchttuch abzureiben. Sollte dein Schatz eingekotet sein, hilft *kaltes* Essigwasser. Hier bitte den Hund auch nicht baden, sondern mit einem getränkten Handtuch auch nur abreiben.

Leine

Unter dem Punkt Sicherheitsgeschirr konntet ihr schon alle wichtigen Dinge für die perfekte Sicherung mit Panikgeschirr lesen. Aber nicht nur das Geschirr ist wichtig, auch die Leine sollte eine sehr gute Qualität haben und nicht bei dem kleinsten Zug reißen oder sich mit einem Biss zerbeißen lassen. Bitte achte auch auf eine gute Qualität des Karabiners und dass die Leine gut in der Hand liegt. Benutze in der Anfangszeit niemals eine Flexileine! (Unfallgefahr)

Du hast Fragen zur Kennlernzeit mit deinem Hund?

Hundeschule

Die Hunde leben im Shelter in Rudeln und haben somit in der Regel ein gutes Sozialverhalten gegenüber anderen Hunden. Allerdings ist es nicht ungewöhnlich, dass der Hund in den ersten Tagen vor fremden Hunden vielleicht erst mal Angst hat oder sehr unsicher reagiert. Das lässt sich damit erklären, dass er in Rumänien in seinem bekannten Rudel war, hier sind fremde Hunde für ihn erst mal eine Gefahr.

Das Vertrauen zu Menschen muss auch erst aufgebaut werden und nimmt mit Sicherheit einige Zeit in Anspruch. Kompetente Hundeschulen sind mit dem Verhalten von Tierheimhunden vertraut und geben hilfreiche Tipps und Anregungen bei der Eingewöhnung.

Zusätzlich hat der Hund Kontakt zumeist gleichaltrigen Artgenossen und kann lernen, dass auch von fremden Hunden keine Gefahr ausgeht. Welpen können in Spielgruppen den richtigen Umgang mit anderen Hunden lernen und sich in der Erziehung vielleicht auch einiges abgucken.

Auch das Hinzuziehen eines Hundetrainers, der Erfahrung mit Auslandshunden hat, kann sehr hilfreich sein und die Bindung zwischen Dir und Deinem Hund stärken.

Versicherung

Bitte informiere Dich vor dem Einzug Deines Hundes, ob es in Deinem Bundesland eine Pflicht zum Abschließen einer Haftpflichtversicherung gibt.

Auch ohne Pflicht ist für uns eine Haftpflichtversicherung mit eine der wichtigsten Versicherungen und wir legen jedem Adoptanten ans Herz eine Haftpflichtversicherung schon vor Einzug des Hundes abzuschließen. Bei unvorhersehbaren Zwischenfällen kann sie vor hohen finanziellen Problemen schützen und viel Ärger ersparen.

Ab dem Zeitpunkt, wo Du Deinen Hund übernimmst, entfällt die Haftung durch uns und geht mit allen Rechten und Pflichten auf Dich über. Es gibt sehr gute und günstige Haftpflichtversicherungen, die schnell online abgeschlossen werden können und einen direkt schützen.

Weiterhin macht es durchaus Sinn, sich über eine Kranken- oder OP-Versicherung Gedanken zu machen. Hier gibt es viele Anbieter mit unterschiedlichen Tarifen. Die Versicherung kann einen vor einem hohen Berg Tierarztkosten schützen.

Erziehung

In der Regel konnte Dein Hund im Tierheim keine Kenntnisse in Sachen Erziehung sammeln und muss noch enorm viel lernen. Sie kennen weder Geschirr noch Leine, auch kein Sitz, Platz oder sonstige Kommandos. Das Spazierengehen, Stubenreinheit, Autofahren oder Alleinbleiben muss der Hund erst lernen. Wichtig ist, den Hund niemals zu überfordern und nicht mit Bestrafung, sondern positiver Verstärkung (Leckerli, lobende Worte) zu arbeiten.

Ein Tier ist kein Möbelstück, das man sich kauft, hinstellt und gut ist. Ein Tier ist kein Elektrogerät, das man kauft, die Anleitung liest und es funktioniert. Ein Tier ist keine Ware, die man mit einer Garantieerklärung bekommt.

Ein Tier ist ein Lebewesen, mit Gefühlen, Empfindungen und einer Seele. Der Hund funktioniert nicht perfekt und bedeutet Arbeit und Verantwortung. Bist Du nicht bereit, die Eingewöhnungszeit Deines Hundes mit allen Konsequenzen durchzustehen, solltest Du Dir hier noch einmal Gedanken machen. Es ist noch nicht zu spät die Adoption wieder rückgängig zu machen. Ein neues Lebewesen im eigenen Haushalt verändert das eigene Leben nachhaltig.

Hundesteuer

Es ist Pflicht, den Hund bei der Gemeinde/ der Stadt zu melden und die Hundesteuer zu entrichten. Die Steuer ist überall unterschiedlich hoch. Viele Gemeinde und Städte unterstützen den Tierschutz und die Steuer für Tierschutzhunde fällt im ersten Jahr geringer aus.

Hund bei TASSO registrieren

Bitte vergiss nicht, Deinen Hund bei TASSO zu registrieren. Wir hoffen nie, dass unsere Schützlinge entlaufen, falls es aber doch passiert, bietet TASSO eine große Sicherheit, den Hund schnell wiederzufinden. Die Registrierung erfolgt online und ist kostenlos. Sie nimmt nicht viel Zeit in Anspruch, erspart hinterher aber sehr viel Zeit.

Rezept für die Schonkost:

*Kartoffelbrei* bereiten aus gekochten Kartoffeln, die in Wasser gestampft werden.

*Morosche Karottensuppe* herstellen:
Karotten grob zerkleinern und knapp mit Wasser bedecken. Zum Kochen bringen und 1,5 – 2 Std. köcheln lassen. Etwas Salz zugeben und im verbliebenen Kochwasser pürieren. Die lange Kochzeit ist sehr wichtig. So wird der Brei zu einem probiotischen Nahrungsmittel. Kartoffelbrei und Karottensuppe lassen sich gut vorbereiten und im Kühlschrank aufbewahren.

*Putenbrust* oder *Hähnchenbrust* in Streifen schneiden und kurz in siedendem Wasser garen (Immer nur die Menge, die am Tag gebraucht wird. Also täglich frisch zubereiten).

*Körnigen Frischkäse*(Hüttenkäse) besorgen. Der Einfache kostet ca. 59 Cent.

*Dorschlebertran oder Lachsöl*

Zubereitung der Schonkost:

1 Teil Kartoffelbrei, 1 Teil Karottenbrei und 1 Teil Putenstreifen mischen.

1-2 Teel. Hüttenkäse und einen halben Teel. Öl dazu geben. Mehrmals täglich kleine Portionen füttern.

Um das Immunsystem zu pushen, empfehlen wir: *Lunderland Hagebuttenschalenpulver*